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Entwicklung der Gewässergüte der Elbe

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Die positiven Veränderungen der Gewässergüte der Elbe in den Jahren 1990 – 1992 resultierten insbesondere aus Produktionsstilllegungen und -reduzierungen auf dem Gebiet der neuen Bundesländer. In den Folgejahren wurde eine weitere Verbesserung der Gewässergüte als Ergebnis von Sanierungsmaßnahmen erreicht, vor allem durch den Bau von kommunalen und industriellen Kläranlagen und durch die technologischen Veränderungen in den Industriebetrieben.

Veränderungen der Wasserbeschaffenheit der Elbe seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts

Entwicklung der mittleren Jahreskonzentrationen für die Parameter Quecksilber und Lindan an der Messstelle Schmilka/Hřensko

Die Konzentrationen des zum Leben im Wasser notwendigen Sauerstoffs sind in der Elbe dauerhaft gestiegen. Werte in der Nähe der für Fische kritischen Sauerstoffkonzentration von 3 mg/l werden weiterhin nur im durch die Gezeiten beeinflussten Elbeabschnitt unterhalb Hamburg in den Sommermonaten gemessen.

Die mittleren Konzentrationen der Schwermetalle in der Wasserphase sind seit 1990 wesentlich gesunken, bei einigen Schwermetallen sogar um ein Mehrfaches. Zu solchen Parametern gehört z. B. Quecksilber.

Die positiven Veränderungen der Gewässerbeschaffenheit der Elbe werden durch die Diagramme belegt, welche die Entwicklung der mittleren Jahreskonzentrationen für die Parameter Quecksilber und ƴ-Hexachlorcyclohexan/Lindan anhand von an der Messstelle Schmilka/Hřensko genommenen Proben zeigen.

Die Entwicklung der Gewässergüte der Elbe ist in den Zahlentafeln der physikalischen, chemischen und biologischen Parameter des Internationalen Messprogramms Elbe und den zusammenfassenden Berichten Bewertung der Ergebnisse des Internationalen Messprogramms Elbe dokumentiert.

Ausblick

Trotz des erreichten großen Fortschritts ist die Belastung in der Wasserphase mit Nährstoffen (Stickstoff- und Phosphorverbindungen), die hauptsächlich aus diffusen Quellen (insbesondere aus der Landwirtschaft) stammen, immer noch hoch. Der herausgehobenen Bedeutung der Nährstoffproblematik wurde in der IKSE durch die 2014 eingerichtete Ad-hoc-Expertengruppe „Nährstoffe“ Rechnung getragen. Diese Gruppe erarbeitete die „Strategie zur Minderung der Nährstoffeinträge in Gewässer in der internationalen Flussgebietseinheit Elbe“, die im Oktober 2018 durch die IKSE beschlossen wurde. Die Strategie enthält die überregionalen Ziele und einen Zehn- Punkte-Plan mit entsprechenden Lösungsvorschlägen.

Ein Teil der Schadstoffe ist außerdem an Schwebstoffe und in Sedimenten gebunden. Es handelt sich vor allem um Schwermetalle (Quecksilber, Cadmium, Blei, Zink), spezifische organische Stoffe (chlorierte Benzene, chlorierte Pestizide, polychlorierte Biphenyle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sowie Tributylzinn.

Kontaminierte Sedimente in den Ruhezonen der Elbe und ihrer Nebenflüsse stellen bei höheren Abflüssen Quellen von Schadstoffemissionen dar, die bis in die Nordsee wirken. 2014 veröffentlichte die IKSE ihr Sedimentmanagementkonzept, in dem Vorschläge für eine gute Sedimentmanagementpraxis im Elbegebiet enthalten sind (siehe Publikationen zur Wasserrahmenrichtlinie). 2018 wurde der sogenannte Sedimentqualitätsindex (SQI) eingeführt. Er ist zur klassifizierten Visualisierung der Entwicklung der Gehalte elberelevanter Schadstoffe in Schwebstoffen/Sedimenten geeignet.

Nähere Erklärung zu SQI finden Sie in dem Dokument unten, in dem auch eine anschauliche Übersicht der Entwicklung der Qualität von schwebstoffbürtigem Sediment der Elbe im Zeitraum 19932017 aufgeführt wird.