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Fischfauna

Infolge der Verbesserung der Wassergüte und damit auch verbesserter Selbstreinigungsvorgänge des Wassers zeigt sich eine Zunahme des Artenspektrums der Fischfauna in der Elbe.

Fischfauna

Aktuell gehen die Fachschätzungen von um die 102 verschiedenen Rundmaul- und Fischarten in der Elbe aus (Abschlussbericht Aktionsprogramm Elbe 1996 - 2010). Der festgestellte Bestand ist trotz der vielseitigen und intensiven Nutzung der Gewässerlandschaft sowie umfangreicher anthropogener Einflüsse für einen großen Fluss im Zentrum Europas überraschend vielfältig.

Gleichzeitig zeigte sich aber auch eine erkennbare Änderung des Artenspektrums gegenüber historischen Angaben, zum Teil hervorgerufen durch das Einwandern oder Einbringen von Fremdfischarten.

Wanderfische

Aal (Anguilla anguilla), Roman Truxa

Neben dem Aal (Anguilla anguilla) ist der Lachs (Salmo salar) der bedeutendste Vertreter der Wanderfischarten in der Elbe (die Elbe war bis Ende des 19. Jahrhunderts praktisch der wichtigste Lachsfluss in Böhmen und Deutschland).

Auf der deutschen Seite begannen daher 1995 die Besatzprogramme für den Lachs, die tschechische Seite schloss sich 1998 an.

Wie der Fang von zurückkehrenden Lachsen belegt, verläuft die Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses erfolgreich. Die ersten Lachse kehrten 1998 zum Laichen in die sächsischen Elbenebenflüsse zurück. Dies ist durch die Verbesserung der Wasserqualität und der Durchgängigkeit der Elbe möglich geworden.

Maßnahmen zur Gewährleistung der Migration der Fische

Fischaufstieg am Wehr Geesthacht, René Schwartz

Fischaufstieg am Wehr Geesthacht, René Schwartz

Am Wehr Geesthacht, dem einzigen Migrationshindernis im deutschen Elbeabschnitt, wurde 1998 am linken Elbeufer eine neue Fischaufstiegshilfe für kleinere Fische in Betrieb genommen. Am selben Wehr ging 2012, jedoch am rechten Elbeufer, ein Fischpass für größere Fische in Betrieb.

Zu einer weiteren Verbesserung der Durchgängigkeit der Elbe für Organismen trug die Fertigstellung des Fischaufstiegs an der Staustufe Střekov bei Ústí nad Labem im Jahr 2002 bei.

Gegenwärtig ist die Elbe für Wanderfische auf einer Länge von 788 km bis zum Wehr Lovosice durchgängig.

Wiederansiedlung des Europäischen Störs

Atlantischer Stör (Acipenser sturio) © Wendler, Nutzungsrecht FGG Elbe

Atlantischer Stör (Acipenser sturio), FGG Elbe

Im Rahmen des deutschen nationalen Aktionsprogramms zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs (Acipenser sturio) wurde als erster Fluss die Elbe ausgewählt.

Die ersten Störe wurden in der Elbe 2008 und 2009 ausgesetzt. Der Fischpass in Geesthacht am rechten Ufer der Elbe soll den Stören die Rückkehr zu den Laichgebieten in der Elbe ermöglichen.