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Der „Aktionsplan Hochwasserschutz“ der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) bildet seit 2003 die Grundlage für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Hochwasserschutzes und der Hochwasservorsorge im Einzugsgebiet der Elbe. Er wurde auf der Grundlage der im Rahmen der IKSE Mitte der 1990er Jahre begonnenen Arbeiten, d. h. unter Berücksichtigung der Analysen zur Hochwasserentstehung, der Bestandsaufnahme des vorhandenen Hochwasserschutzniveaus sowie der Strategie zum Hochwasserschutz erstellt. In die Erarbeitung flossen auch die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem verheerenden Hochwasser im August 2002 ein.
Ziele des Aktionsplanes:
- die Stärkung des Wasserrückhaltevermögens der Einzugsgebietsflächen, der Gewässer und Auen,
- der Schutz gefährdeter Gebiete durch technische Maßnahmen,
- die Verringerung des Schadenpotenzials in gefährdeten Gebieten vor allem auf der Grundlage der Kartierung der Hochwasserrisiken,
- die Verbesserung der Hochwassermelde- und -vorhersagesysteme sowie
- die Information der Öffentlichkeit und die Verstärkung des Hochwasserbewusstseins.
Die Funktionalität der bereits durchgeführten Maßnahmen wurde durch zahlreiche Hochwasser getestet, die seit 2002 im Einzugsgebiet der Elbe auftraten. Dies trifft auf die Maßnahmen am Elbestrom vor allem bei den Hochwassern im März/April 2006 und im Januar 2011 zu.
Ausgewählte Ergebnisse aus dem Abschlussbericht:
- An vier Standorten wurden Deichrückverlegungen durchgeführt, dadurch wurden mehr als 650 ha Überflutungsflächen wieder hergestellt. Die größte Deichrückverlegung Lödderitzer Forst (600 ha) befindet sich im Bau, an weiteren 9 Standorten laufen die Planungen.
- 513 km Deiche wurden saniert bzw. neu errichtet. 18 neue Rückhaltebecken mit einem Retentionsvolumen von mehr als 30 000 m3 mit insgesamt 10,2 Mio. m3 Rückhalteraum wurden realisiert. Der Stauraum von Speichern und Anlagen zur Verbesserung des Rückhaltevermögens, die neu gebaut bzw. verstärkt wurden, beträgt 71 Mio. m3.
- Insgesamt wurden im Einzugsgebiet der Elbe seit der Verabschiedung des Aktionsplans im Jahr 2003 bis Ende 2011 in der Tschechischen Republik 4,2 Mrd. CZK in den technischen Hochwasserschutz und in Deutschland 450 Mio. € in die Sanierung der Elbedeiche investiert.
- Durch die Verlängerung des Prognosezeitraums im tschechischen Teil des Einzugsgebiets von 24 auf 48 Stunden konnte in Dresden die Vorhersagezeit von 36 auf 60 Stunden erhöht werden.
- Die im Berichtszeitraum abgeschlossenen Hochwasserschutzmaßnahmen gewährleisten den Schutz von ca. 400 000 Einwohnern. Allein im tschechischen Teil des Einzugsgebiets können durch diese Maßnahmen potentielle Hochwasserschäden in Höhe von 21 Mrd. CZK verhindert werden.
- Der Abschlussbericht enthält eine Übersicht der Ergebnisse der vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos im Einzugsgebiet der Elbe gemäß der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie.
Detaillierter sind die Ergebnisse aus den Jahren 2003 – 2005 und 2006 – 2008 in den vorherigen Berichten beschrieben.
Die Pressemitteilung zur Veröffentlichung dieser Publikation finden Sie hier.
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