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Internationale Kommission zum Schutz der Elbe
Mezinárodní komise pro ochranu Labe
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Zahlentafeln für Durchflüsse und Schwebstoffe für das hydrologische Jahr 2009

Kommentar zu den Zahlentafeln der Durchflüsse

Im Hinblick auf den Abfluss war das hydrologische Jahr 2009 an den bewerteten Pegeln leicht unterdurchschnittlich, bedeutendere Extreme sind nicht aufgetreten.

An den ausgewählten Elbepegeln bewegten sich die mittleren Jahresabflüsse zwischen 74 % (Jaromìø, Nìmèice) und 93 % (Mìlník, Dresden und Wittenberg) des vieljährigen Mittels für die Jahresreihe 1961-2005. Auch an den Nebenflüssen lagen die mittleren Jahresabflüsse an den bewerteten Pegeln meistens unter dem Mittel und reichten von 69 % (Lüchow – Jeetzel) bis 85 % (Pøedmìøice – Jizera), eine Ausnahme waren die Pegel Malliß – Elde (54 %), Bad Düben 1 – Mulde (101 %) und Prag – Moldau (103 %).

Der innerjährliche Abflussgang an der Elbe und ihren Nebenflüssen ähnelte sich sehr, und zwar mit unterdurchschnittlichen Abflüssen von November bis Februar, wobei sie im Januar an den meisten Pegeln nur 30 bis 70 % des vieljährigen Mittels erreichten. Im März hingegen lagen die Abflüsse über dem Mittel (mit Ausnahme von Havel, Elde und Jeetzel) und erreichten 120 bis 170 %, in Bad Düben 1 an der Mulde sogar 212 %. Von April bis Juni entsprachen die Monatsabflüsse in etwa dem Mittel oder lagen darunter, und zwar vor allem im Mai. Im Juli bewegten sie sich hingegen wieder über dem Mittel und erreichten an der Elbe 110 bis 200 % (Elbe – Staatsgrenze), an den Nebenflüssen lagen sie zwischen 70 % (Lüchow – Jeetzel) und 129 % (Benešov n. P. – Plouènice) des vieljährigen Mittels. Eine Ausnahme bildeten die Pegel Malliß an der Elde mit 37 % und Prag an der Moldau mit 270 %. In den übrigen Monaten des hydrologischen Jahres (August bis Oktober) lagen die Abflüsse mehr oder weniger unter dem Mittel.

An der Elbe trat 2009 kein bedeutenderes Hochwasserereignis auf. Die Hochwasserabflüsse bewegten sich an den bewerteten Elbepegeln unter den Werten der vieljährigen Hochwasserabflüsse, und zwar zwischen 53 % (Jaromìø) und 96 % (Wittenberge), nur am Pegel Neu Darchau (101 %) lagen sie auf dem Niveau des vieljährigen Mittels. Ähnlich waren an den Nebenflüssen der Elbe die Hochwasserabflüsse niedriger als ihr vieljähriges Mittel und reichten von 43 % (Tuøice – Jizera) bis 94 % (Löben – Schwarze Elster). Eine Ausnahme bildete der Pegel Benešov n. P., an dem der Hochwasserabfluss 199 % erreichte. Erwähnenswert ist hierbei die extreme Sturzflut Ende Juni / Anfang Juli in einigen kleineren Einzugsgebieten des tschechischen Elbeabschnitts, z. B. Volyòka und Blanice (Einzugsgebiet der Moldau), Kamenice (Nebenfluss der Elbe) und Bystrá (Nebenfluss am Unterlauf der Plouènice).

An allen bewerteten Pegeln lagen die Scheitelabflüsse unter den Werten des 2-jährlichen Hochwassers, nur am Pegel Benešov n. P. – Plouènice entsprach der Scheitelabfluss vom 4. Juli einem Wiederkehrintervall von ca. 10 Jahren.

Die Niedrigwasserabflüsse an der Elbe und ihren Nebenflüssen lagen unter oder erreichten in etwa die Werte der vieljährigen Niedrigwasserabflüsse der Jahresreihe 1961-2005. An der Elbe selbst reichten sie von 75 % (Dìèín, Neu Darchau) bis 105 % (Kostelec n. L.) und an ihren Nebenflüssen von 35 % (Rathenow – Havel) bis 101 % (Bad Düben 1 – Mulde). Den siebentägigen Niedrigwasserabflüssen (NM7Q) lässt sich an der Elbe oberhalb der Saalemündung ein Wiederkehrintervall von 2 bis 5 Jahren, im Stromverlauf zwischen Barby und Neu Darchau von 5-10 Jahren zuordnen. Letzteres ist auch an einigen Elbenebenflüssen (Orlice, Jizera, Saale) der Fall. Eine besondere Situation entwickelte sich an der Havel, der am 30.08.2009 gemessene NQ2009 am Pegel Rathenow hat als einzelner Tagesabfluss ein Wiederkehrintervall von 10 bis 20 Jahren. Bemerkenswert ist überdies das Abflussminimum der Elde am Pegel Malliß, das am 16.05.2009 mit 0 m³/s regis­triert wurde. Auch an einem derart kanalisierten und staugeregelten Gewässer ist ein solcher „Nullabfluss“ selten, wenngleich nicht ausgeschlossen. Die zugehörige Wiederkehrzeit beträgt ca. 20 Jahre.

Kommentar zu den Schwebstoffkonzentrationen und -frachten

An einigen Messstellen im tschechischen Teil des Einzugsgebiets der Elbe wurden 2009 neue automatische Messstationen für die Schwebstoffmenge installiert, die jedoch im Probebetrieb waren und daher können einige Messdaten nicht genutzt werden. Es handelt sich vor allem um die Pegel Týništì – Orlice und Nìmèice – Elbe. Die Daten für Týništì werden nachträglich auch auf der Grundlage manueller Probenahmen ergänzt. Die Schwebstoffmessstation Louny an der Eger wurde 2008 aufgehoben und durch die neue Station in Terezín ersetzt, die 2009 ebenfalls im Probebetrieb war.

Die Mittelwerte der Schwebstoffkonzentrationen lagen im tschechischen Elbeabschnitt an zwei bewerteten Messstellen unter dem Mittel (sie erreichten in Obøíství 50 %, in Dolní Beøkovice 60 % des vieljährigen Mittels für die Jahresreihe 1994-2005) und etwa im Bereich des Mittels in Dìèín-Prostøední Žleb. Schwebstoffkonzentrationen unter dem Mittel wurden an den Nebenflüssen der Elbe registriert (Tuøice – Jizera und Vraòany – Moldau 61 %), in Benešov n. Pl. hingegen lagen sie mit 117 % leicht über dem Mittel.

Da auch die Abflüsse leicht unter dem Mittel lagen, war die Gesamtschwebstofffracht an allen bewerteten Messstellen an der Elbe und ihren Nebenflüssen ebenfalls unterdurchschnittlich. An der Elbe bewegte sich die Schwebstofffracht zwischen 44 % (Obøíství) und 72 % (Dìèín-Prostøední Žleb) des vieljährigen Mittels für die Jahresreihe 1994-2005 und an den Nebenflüssen zwischen 43 % (Tuøice – Jizera) und 75 % (Vraòany – Moldau), nur in der Plouènice in Benešov entsprach die Schwebstofffracht dem Mittel.

Im deutschen Teil des Einzugsgebiets der Elbe bewegte sich die mittlere Schwebstoff- konzentration an allen Messstellen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Die ermittelten Schwebstofffrachten lagen mit Werten zwischen 59 % und 77 % des langjährigen Mittelwerts ebenfalls darunter. Maßgeblich an der Jahresschwebstofffracht beteiligt war als frachtreichster Monat an den Elbemessstellen der März. Bedingt durch den Ausfall von Messpersonal konnte an einigen Messstellen keine vollständige Messreihe erstellt werden, weshalb die jeweiligen Jahresfrachten nur unter Vorbehalt zu betrachten sind; für die Messstellen Meißen und Hitzacker können keine Angaben gemacht werden.

aktualisiert am: 11.11.2010


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