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Internationale Kommission zum Schutz der Elbe
Mezinárodní komise pro ochranu Labe
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Das „Aktionsprogramm Elbe“ für den Zeitraum 1996 bis 2010

Dieses langfristige „Aktionsprogramm Elbe“ enthält zahlreiche Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Wasserbeschaffenheit in den Gewässern des Einzugsgebiets der Elbe sowie zur ökologischen Gesundung der Elbe und ihrer Auen. Das „Aktionsprogramm Elbe“ für den Zeitraum 1996 bis 2010, das den gesamten Aufgabenbereich der IKSE abdeckt, wurde auf der zweiten internationalen Elbe-Ministerkonferenz am 12. Dezember 1995 in Dresden beschlossen.

 

Hauptziele des „Aktionsprogramms Elbe“:

In einem ersten Schritt sollte bis 2000 erreicht werden, dass

  • das Uferfiltrat des Elbewassers mit einfachen Aufbereitungsverfahren zur Trinkwasserversorgung verwendet werden kann,
  • die Qualität des Elbewassers die Berufsfischerei ermöglicht und
  • das Elbewasser für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt werden kann.

 In einem zweiten Schritt sollte bis 2010 erreicht werden, dass 

  • die feinen Sedimente wieder landwirtschaftlich verwertet werden können und
  • die aquatischen Lebensgemeinschaften möglichst einer naturnahen Artenvielfalt entsprechen.

Gegenüber dem Sofortprogramm stieg die Anzahl der prioritären Stoffe, deren Einleitungsmengen in die Gewässer vorrangig zu reduzieren sind, auf 27.

Die bei der Umsetzung der im „Aktionsprogramm Elbe“ enthaltenen Maßnahmen erreichten Ergebnisse wurden in vier Berichten für die Zeiträume 1996/1997, 1998/1999, 2000 bis 2002 und 2003/2004 abgerechnet und in einem Abschlussbericht, mit dem das Programm beendet wurde, zusammenfassend bewertet.

Bei der Reduzierung der Gewässerbelastung und der Verbesserung der ökologischen Verhältnisse war insgesamt eine positive Entwicklung zu verzeichnen.

Insbesondere der Ausbau der kommunalen Kläranlagen ging weiter zügig voran. Durch neue Produktionstechnologien und eine Vielzahl von Abwasserbehandlungsmaßnahmen gelang es, bei der aus Industriebetrieben in die Gewässer eingeleiteten Abwasserlast von 27 elberelevanten prioritären Stoffen eine weitere Senkung zu erreichen. Diese Ergebnisse leisteten auch einen bedeutenden Beitrag zur Verringerung der Belastung der Nordsee.

Der Eintrag von Stoffen aus diffusen Quellen konnte nicht im gleichen Maße wie bei den punktuellen Schadstoffquellen reduziert werden. Mit der weiteren Reduzierung der Belastung aus punktuellen (industriellen und kommunalen) Einleitern wächst die Bedeutung der diffusen Quellen. Daher müssen die Anstrengungen zur Reduzierung der Belastung aus diffusen Schadstoffquellen intensiviert werden.

Begleitet wurden diese Maßnahmen durch Untersuchungen der Gewässergüte in der Elbe und ihren Hauptnebenflüssen auf der Grundlage des „Internationalen Messprogramms der IKSE“.

Die im Rahmen der IKSE vereinbarten Zielvorgaben für die Trinkwasserversorgung, die Berufsfischerei, die landwirtschaftliche Bewässerung, aquatische Lebensgemeinschaften und die landwirtschaftliche Verwertung von Sedimenten wurden nur im Wasser erreicht, allerdings mit Ausnahme der Parameter Gesamt-Stickstoff und AOX sowie einiger Parameter im Hinblick auf die Zielvorgaben für aquatische Lebensgemeinschaften. In den schwebstoffbürtigen Sedimenten sind die Konzentrationen der im „Aktionsprogramm Elbe“ aufgeführten prioritären Stoffe weiterhin zu hoch.

 

Durch das Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtlinie (im Dezember 2000) und der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (im November 2007) wurden für die Elbe und ihr Einzugsgebiet die Gewässerschutzziele festgelegt und die Zusammenarbeit im Elbeeinzugsgebiet auf eine neue Basis gestellt. Die Kenntnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung der Aktionsprogramme trugen wesentlich dazu bei, dass der erste „Internationale Bewirtschaftungsplan für die Flussgebietseinheit Elbe“ fristgemäß und in hoher Qualität gemäß den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie erstellt wurde. Der Bewirtschaftungsplan übernahm von den Aktionsprogrammen den imaginären Staffelstab auf dem Weg zur Erreichung des guten Zustands der Gewässer im Einzugsgebiet der Elbe. Ein ähnlicher Prozess wird in den nächsten Jahren auch auf dem Gebiet des Hochwasserschutzes stattfinden, wo die Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie den „Aktionsplan Hochwasserschutz Elbe“ allmählich ablösen wird.

aktualisiert am: 28.01.2011
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