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Internationale Kommission zum Schutz der Elbe
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Zahlentafeln für Durchflüsse und Schwebstoffe für das hydrologische Jahr 2006

Kommentar zu den Zahlentafeln der Durchflüsse

Das Jahr 2006 gestaltete sich in hydrometeorologischer und hydrologischer Sicht mannigfaltig.

Das hydrologische Jahr 2006 war durch ein bedeutendes Hochwasserereignis Ende März / Anfang April sowie andererseits durch extremes Niedrigwasser, in der zweiten Jahreshälfte vor allem an mehreren deutschen Nebenflüssen, gekennzeichnet. An den ausgewählten Pegeln der Elbe erreichten die Abflüsse 77 (Jaromìø) bis 124 % (Ústí n. L., Dìèín, Staatsgrenze) des vieljährigen Mittels, an den betrachteten Pegeln der Nebenflüsse lagen die mittleren Jahresabflüsse zwischen 62 (Löben/Schwarze Elster) und 141 % (Vraòany/Moldau) des vieljährigen Mittels für die Jahresreihe 1931-2000.

In den ersten vier Monaten des hydrologischen Jahres wurden mittlere Monatsabflüsse z. T. weit unter den vieljährigen Mittelwerten registriert; sie erreichten zwischen 30 und 80 % der vieljährigen mittleren Monatsabflüsse.

In der zweiten Märzhälfte entwickelte sich durch rasche Schneeschmelze in Verbindung mit ergiebigen Regenniederschlägen ein bedeutendes Hochwasser. Dieses Frühjahrshoch­wasser führte zu hohen Abflussmittelwerten des Monats April, die an den meisten Pegeln der Elbe zwischen dem Zwei- bis Dreifachen des mittleren Monatsabflusses lagen (von 160 % am Pegel Jaromìø bis zu 300 % am Pegel Aken). Mit Ausnahme der Schwarzen Elster trugen alle bedeutenden Nebenflüsse zum Hochwasser in der Elbe bei. Die höchsten (Scheitel-)Abflüsse traten an allen bewerteten Pegeln in der ersten Aprildekade auf. An der Elbe erreichten sie 143 (Jaromìø) bis 212 % (Torgau) und an den Nebenflüssen 111 (Louny/Eger) bis 167 % (Vraòany/Moldau) des mittleren Hochwasserabflusses für die Jahresreihe 1931-2000. Am stärksten betroffen waren die Nebenflüsse der Moldau, vor allem die Lužnice (die Scheitelabflüsse erreichten ein Wiederkehrintervall von T = 50-100 Jahre) und die Sázava (T = 20-50 Jahre). An den Elbepegeln wurden lang gestreckte Hochwasserwellen mit über mehrere Tage nahezu konstanten hohen Wasserständen beobachtet. Das Wiederkehrintervall der Scheitelabflüsse bewegte sich am Oberlauf der Elbe zwischen 5-10 Jahren in Jaromìø und bis zu 20 Jahren in Kostelec n. L. bei einem Scheitelabfluss von 1 030 m³/s, der am 03.04. eintrat. Die Moldau in Vraòany erreichte ihren Scheitel am 02.04. bei einem durch die Bewirtschaftung der Moldaukaskade, vor allem der Talsperre Orlík, beeinflussten Abfluss von 1 450 m³/s (T = 2-5 Jahre). An der Elbe in Dresden lag die Abflussspitze am 04.04. bei 2 870 m³/s (T = 10-20 Jahre), am Pegel Wittenberge am 08.04. bei 3 720 m³/s (T = 25-50 Jahre) und am Pegel Neu Darchau am 09.04. bei 3 600 m³/s (T = 25-50 Jahre). Vor allem aber im Hinblick auf die Abflussfülle war dieses Hochwasser ein Extremereignis.

Im Einzugsgebiet oberhalb der Moldaumündung, wo sich ein relativ natürliches Abflussgeschehen verfolgen lässt, lagen die mittleren Monatsabflüsse für Juni und vor allem für Juli unter dem vieljährigen Mittel, z. B. entsprach der Juliabfluss am Pegel Kostelec n. L. nur ca. 50 % des vieljährigen Mittels, im August lag der Abfluss infolge ergiebiger Niederschläge weit über dem Mittel (ca. 190 %). An der Moldau traten kontinuierlich bis in den August hinein höhere Abflüsse auf, was zum einen durch die Bewirtschaftung der Moldaukaskade und zum anderen durch Niederschlagsereignisse in Südböhmen bedingt war.

Nach dem Frühjahrshochwasser überschritten die Abflüsse an der Elbe unterhalb der Moldaumündung das vieljährige Mittel. Ein mittlerer Monatsabfluss unter dem vieljährigen Mittel wurde erst im Oktober registriert (z. B. an den Pegeln Dìèín und Dresden ca. 83 %). Am Pegel Neu Darchau war diese Situation bereits im Juli (86 %) eingetreten und der mittlere Abfluss für Oktober in Höhe von 302 m³/s lag bereits um 35 % unter dem vieljährigen Monatsmittel.

An den Nebenflüssen im deutschen Einzugsgebiet der Elbe, insbesondere in den Quellregionen, führte die sich dem Frühjahrshochwasser anschließende Niederschlagsarmut bis in den Juli hinein zu kontinuierlich sinkenden Abflüssen. In der Schwarzen Elster wurde ein Rekord-Niedrigwasser beobachtet; am Pegel Löben wurde am 26.07. bei einem Abfluss von 1,71 m³/s (entspricht 26 % des vieljährigen mittleren Niedrigwasserabflusses) der niedrigste Wasserstand seit Beginn der Pegelaufzeichnungen im Jahr 1971 verzeichnet. Auch alle anderen Nebenflüsse, vor allem die Jeetzel und die Elde, zeigten ein Absinken der Wasserführung unter den vieljährigen mittleren Niedrigwasserabfluss. Im August profitierten die Abflüsse von reichen Niederschlägen, dennoch verblieben sie bis Ende Oktober auf einem relativ geringen Niveau – größtenteils deutlich unter den vieljährigen Monatsmitteln.

Die niedrigsten Tagesmittelabflüsse an der Elbe reichten 2006 von ca. 70 % des vieljährigen mittleren Niedrigwasserabflusses für die Jahresreihe 1931-2000 am Pegel Jaromìø bis zu ca. 110 % an den Pegeln Pøelouè und Wittenberg.

Kommentar zu den Schwebstoffkonzentrationen und -frachten

Im hydrologischen Jahr 2006 lagen die mittleren Schwebstoffkonzentrationen im tschechischen Elbeabschnitt leicht über dem Mittel, nur an der Messstelle Nìmèice am Oberlauf der Elbe ist die mittlere Konzentration verzerrt, weil im extremen Monat März keine Beobachtungen erfolgten. An einigen Messstellen an Elbenebenflüssen wurden Schwebstoffkonzentrationen unterhalb des Mittels verzeichnet (Plouènice 73 %, Jizera 77 %, Moldau 78 % des vieljährigen Mittels für die Jahresreihe 1994-2005). Die Gesamtschwebstofffracht lag mit Ausnahme der Nebenflüsse Plouènice a Orlice an allen Messstellen über dem Mittel und erreichte zum Beispiel an der Elbe in Dolní Beøkovice 260 % und in Dìèín fast 180 % des vieljährigen Mittels für die Jahresreihe 1994-2005. Verursacht wurde diese hohe Schwebstofffracht durch die hohen Abflüsse und Abflussfüllen während des Frühjahrshochwassers Ende März / Anfang April.

Im deutschen Teil des Einzugsgebiets der Elbe ist bedingt durch das extreme Frühjahrshochwasser für die Monate März und April an allen Messstellen eine stark erhöhte Schwebstoffkonzentration zu verzeichnen, was sich auch in einer sehr hohen Schwebstofffracht für diesen Zeitraum widerspiegelt. Die Jahresmittelwerte der Schwebstoffkonzentration liegen trotz des Hochwassers unterhalb des langjährigen Mittels, teilweise sogar am unteren Rand der üblichen Werte. Lediglich an der Messstelle Hitzacker lagen die Messwerte um ca. 10 % über dem langjährigen Mittel. Bedingt durch Eisgang in den Wintermonaten und den Ausfall von Messpersonal konnte an einigen Messstellen keine vollständige Messreihe erstellt werden, weshalb die jeweiligen Jahresfrachten nur unter Vorbehalt zu betrachten sind.

 

aktualisiert am: 30.10.2007


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