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Kommentar zu den Zahlentafeln der Durchflüsse
Im hydrologischen Jahr 2005 kam es an der Elbe im Hinblick auf die Abflüsse zu keiner außergewöhnlichen Situation und der Jahres-MQ blieb an allen untersuchten Pegeln an der Elbe im Schwankungsbereich von +/-10 % des vieljährlichen Mittels für die Jahresreihe 1931-2000.
Im tschechischen Teil des Einzugsgebiets der Elbe schwankten die Jahres-MQ an den ausgewählten Pegeln um den vieljährlichen Mittelwert und bewegten sich im Bereich von 94 % (Nymburk/Elbe, Benešov n. P./Plouènice) bis 119 % (Louny/Eger) des vieljährlichen Mittels. An den meisten Nebenflüssen der Elbe in Deutschland waren beim Jahres-MQ (70 % Löben/Schwarze Elster und Lüchow/Jeetzel) und beim überwiegenden Teil der Monatsmittel deutlich unterdurchschnittliche Abflüsse zu verzeichnen. Eine Ausnahme bildeten die von den reichen Niederschlägen im Erzgebirgsraum profitierenden Gewässer im Südwesten des deutschen Elbegebiets, hier vor allem die Mulde (131 %). Das Monatsmittel des Februar 2005 erreichte hier rund 215 % des vieljährlichen Durchschnitts, das Novembermittel sogar über 230 % (stets Pegel Bad Düben). Das Jahres-HQ am Pegel Bad Düben am 20.3.2005 lag mit 668 m3/s deutlich über dem MHQ von 450 m3/s und ist mit einer Wiederkehrzeit von ca. 5 Jahren einzuordnen.
Zu Beginn des hydrologischen Jahres erreichten die Abflüsse im tschechischen Teil des Einzugsgebiets der Elbe etwa die entsprechenden vieljährlichen Monatswerte, jedoch bereits im Dezember lagen die Abflüsse deutlich unter dem Mittelwert. Abflüsse über dem Mittelwert traten vor allem in den Frühjahrsmonaten März (108-141 %) und April auf. Die Abflüsse an der Elbe lagen im Mai (83-95 %) und Juni (65-85 %) sowie oberhalb der Moldaumündung auch noch im September und Oktober unter den vieljährlichen Monatsmitteln. Der innerjährliche Abflussgang im deutschen Teil des Einzugsgebiets wies die höchsten Abflüsse in den Monaten Februar und März auf, gespeist durch große Regenmengen in Verbindung mit Schneeschmelze; damit lag das monatliche Maximum rund einen Monat früher als im vieljährlichen Durchschnitt.
Die maximalen Abflüsse traten an allen zu bewertenden Elbepegeln in der zweiten Märzhälfte 2005 auf. Sie reichten von 66 % (Malliß/Elde) bzw. 78 % (Jaromìø/Elbe) bis 125 % (Pøelouè/Elbe) bzw. 148 % (Bad-Düben/Mulde) des MHQ für die Jahresreihe 1931-2000. Der Jahres-HQ betrug am Pegel Dresden am 22.03.2005 rund 1 600 m3/s und überstieg damit den MHQ um fast 200 m3/s. Am Pegel Neu Darchau wurde der MHQ am 28.03.2005 sogar um 380 m3/s überschritten; der diesbezügliche Scheitelabfluss in Höhe von 2 300 m3/s besitzt an diesem Elbeabschnitt ein Wiederkehrintervall von etwa 5 Jahren. Ein kleines Sekundärmaximum des Abflusses zeigte sich nahezu allenthalben im August/September, verursacht durch überdurchschnittliche Regenfälle.
Entsprechend der Niederschlagscharakteristik lagen entlang der Elbe die niedrigsten Abflüsse im Jahresverlauf überwiegend um den Beginn des Juli 2005, teilweise auch Anfang November 2004. Besondere Niedrigwasser-Extremsituationen waren nicht gegeben, der MNQ wurde zumeist überschritten und im Stromverlauf erst unterhalb von Magdeburg erreicht oder leicht unterschritten. Demgegenüber zeigten allerdings zahlreiche Nebenflüsse, vor allem im Osten und Norden des Einzugsgebiets, sehr niedrige Abflüsse im Sommer 2005. Hervorzuheben sind dabei die Elde (NQ, d. h. niedrigstes Tagesmittel des Abflusses des betreffenden Jahres, bei Malliß am 01.07.2005 0,43 m3/s, damit nur 33 % des MNQ der Jahresreihe 1970-2000) sowie die Schwarze Elster: Am Pegel Löben lag der Abfluss am 26.06.2005 mit 2,99 m3/s auf einem extrem niedrigen Niveau, das einer Eintrittswahrscheinlichkeit/einem Wiederkehrintervall von 10 Jahren entspricht. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der ebenfalls sehr auffällige NQ von 5,62 m3/s für die Havel am Pegel Rathenow nicht das Resultat natürlicher Abflussbildung ist, sondern durch Steuerungsmaßnahmen hervorgerufen wurde. Insgesamt reichten die NQ im hydrologischen Jahr 2005 von ca. 46 % (Löben/Schwarze Elster) bzw. 70 % (Týništì/Orlice und Brandýs n. L./Elbe) bis zu 124 % (Vraòany/Moldau) bzw. 148 % (Bad Düben/Mulde) der MNQ für die Jahresreihe 1931-2000.
Kommentar zu den Schwebstoffkonzentrationen und -frachten
Im hydrologischen Jahr 2005 waren bei den Schwebstoffkonzentrationen und –frachten keine Extreme zu verzeichnen. An den zu bewertenden Messstellen an der Elbe lagen die Jahreskonzentrationen und die Gesamtjahresfracht der Schwebstoffe unter dem vieljährlichen Mittel der Jahresreihe 1994-2005.
Im tschechischen Elbeabschnitt lagen die Konzentrationen zwischen 65 % und 88 % und die Gesamtfracht zwischen 60 und 82 % des vieljährlichen Mittels. An einigen Elbenebenflüssen überschritten die Schwebstoffkonzentrationen und –frachten die jeweiligen vieljährlichen Mittel. Höhere Konzentrationen waren in den Monaten November 2004 und März 2005 zu verzeichnen. Die maximale Schwebstofffracht trat im März 2005 auf, was den erhöhten Wasserabflüssen entspricht.
Im deutschen Teil des Einzugsgebiets der Elbe lag die Schwebstoffkonzentration bei allen Messstellen am unteren Rand der üblichen Werte. Sie stieg zu Beginn der Sommermonate insbesondere unterstrom der Havelmündung an. Für den Zeitraum Juni bis Anfang August liegen jedoch für 2005 keine Werte für die deutsche Elbe vor. Im August und September liegen die Schwebstoffkonzentrationen wieder im niedrigen bis mittleren Wertebereich. Auch für Oktober liegen die Daten noch nicht vollständig vor. Es können daher für das hydrologische Jahr 2005 keine Jahreswerte der Schwebstofffracht bestimmt werden.
Insgesamt kann man die Schwebstoffkonzentrationen und –frachten an den untersuchten Messstellen als ausgeglichen und dem Jahresgang entsprechend bewerten.
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